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Abschaffung des Bargeldes

Abschaffung des Bargeldes
Geschrieben von SEKoner am 12.12.2015 um 16:42 Uhr


Immerwieder wird in den letzten Monaten die Abschaffung des Geldes aus einigen Kreisen angestoßen. In einem Interview mit dem SPIEGEL hat der Wirtschaftsweise Peter Bofinger erst vor kurzem wieder die Debatte um die Abschaffung des Bargeldes losgetreten und versucht neu anzufachen. Seine These die er dabei mehr als hartnäckig vertritt lautet:

Bei den heutigen technischen Möglichkeiten sei Bargeld „ein Anachronismus“, also schlichtweg überflüssig und überholt. Deshalb fordert er dessen Abschaffung, was allerdings nichts anderes als die klammheimliche Auflösung unserer bürgerlichen Freiheit bedeuten würde!

Führt die Abschaffung des Bargeldes wirklich zu einem sauberen Geldmarkt ?!

Befürworter eines bargeldlosen Finanzsystems führen dabei zwei Gründe für ihre Positionen an. Eines dieser Argumente lautet, dass Bargeld bevorzugt für illegale Aktivitäten wie Schwarzarbeit, Geldwäsche und Steuerhinterziehung verwendet wird. Mit seiner Abschaffung könne man diesen Sumpf illegaler Aktivitäten angeblich austrocknen und dem Staat zu mehr Kontrolle und gleichzeitig zu mehr Steuereinnahmen verhelfen.

Tatsächlich ist diese Annahme aber zu einfach gedacht. Einerseits zeigt das digitale Währungssystem "Bitcoin", dass auch solche Währungssysteme für illegale Machenschaften missbraucht werden können. Andererseits würde es bei Schwarzarbeit und Drogenkäufen zu einem ausweichen auf Ersatzwährungen kommen, welche in einem Chaos aus Auslands- und Naturalwährungen, Edelmetallen und Gutschein-Systemen führen würden. Dies kann man nicht verhindern und würde keinem dienlich sein!

Bargeldlos ist gleich zu setzen mit dem Weg in die Finanzdiktatur

Ein bargeldloses Finanzsystem heisst letztendlich, dass das sichere Bargeld der Zentralbanken wegfällt. Die Ersparnisse und Guthaben der Bürger würden ersatzlos in Form von virtuelem Geld auf den Sparkassen und Banken liegen. Im Vergleich zum momentanen System mit Bargeld könnten Verbraucher in einem bargeldlosen System ihre Sparguthaben also nicht mehr einfach in sicheres Bargeld umtauschen, um dem drohenden Wertverfall durch die aktuell niedrigen Zinsen auszuweichen.

Zentralbanken könnten zusätzlich mit extrem niedrigen und sogar negativen Leitzinsen die Anleger dazu zwingen, ihr angelegtes Geld auszugeben. Die Möglichkeit der sicheren Bargeldaufbewahrung gibt es dann ja nicht mehr! Dies käme dann zwar einem erzwungenen Konjunkturprogramm gleich, allerdings zu Lasten der ehrlichen Sparer, die wohl kaum für die aktuelle Wirtschaftskrise bezahlen sollten! Dass dieses Szenario im Übrigen keine übertriebene Panikmache ist, zeigt die aktuelle Niedrigzinspolitik der Zentralbanken, die die Wertguthaben der Anleger bereits jetzt zu entwerten droht.

Dies heisst, ein bargeldloses Geldsystem schneidet Verbraucher vom sicheren Bargeld der Zentralbank ab und treibt sie in die Abhängigkeit vom virtuellem Geld der Banken! Die Wertaufbewahrungsfunktion des Geldes durch sicheres Bargeld würde also einfach abgeschafft. Nicht umsonst heisxst es,nur Bares ist Wahres!

Vom mündigen Verbraucher zur gläsernen Marionette

Wer das Bargeld abschaffen möchte, hebt somit nicht nur die sichernde Werterhaltung von Geld auf, sondern entzieht seinen Bürgern auch deren finanzielle Autonomie. Es ebnet außerdem noch verschlimmernd den Weg zu einem möglichen Überwachsungsszenario. Künftig würde man bei allen finanziellen Transaktionen digitale Spuren hinterlassen. Egal ob beim Brötchenkauf am Sonntagmorgen oder beim Bier in der Stammkneipe. Die Anonymität und „geprägte Freiheit“ des Bargeldes wären passé und würden einem total durchleuchteten und allzeit überwachten Geldverkehr weichen. Das Bild des gläsernen Menschen wäre dadurch greifen Nahe. Aus dem mündigen Verbraucher würde eine gläserne Marionette eines übermächtigen Überwachungsstaates.

Ein Blick auf andere Länder reicht aus, um die drohende Gefahr zu erkennen

Ein Blick auf unsere europäischen Nachbarn Schweden und Dänemark reicht aus, um diese schleichende Entkernung unserer Freiheits- und Eigentumsrechte zu beobachten. Dort zirkulieren schon konkrete Pläne, das Bargeld komplett abzuschaffen. So will die dänische Zentralbank überhaupt kein Bargeld mehr drucken. Pflichten zur Bargeldannahme für von Tankstellen und Restaurants wurden bereits aufgehoben. Auch in Griechenland sind nur noch Barzahlungen bis 1.500 Euro erlaubt. in Italien sind es sogar nur noch bis 1.000 Euro.

Auch die EU steht mit ihrer Geldwäscherichtlinie dieser Entwicklung zieht schleichend und fast übersehbar nach. Die Bargeldgrenze, ab der Händler ihre Kunden im Rahmen der sogenannten Sorgfaltspflichten identifizieren müssen, sollen von 15.000 € auf 10.000 € gesenkt werden. Man stelle sich nur einmal vor, dass man sein vorhandenes Bargeld in Edelmetalle investieren oder Schmuck investieren will. Das wird nun ohne Mehraufwand nicht mehr möglich sein, ohne sich gleich wie bei einer polizeilichen vorauseilenden Überprüfung zu fühlen! Die Neuregelung in der angeführten Geldwäscherichtlinie führt letztlich dazu, dass Händler nicht nur eine Vielzahl persönlicher Identifikationsmerkmale und Daten über den Verwendungs- oder Geschäftszweck sowie mögliche Geschäftspartner erheben. Diese Daten müssen zusätzlich auch noch auf lange Zeit aufbewahrt und gespeichert werden!

Wenn vielleicht auch so nicht gewollt, bedeutet es trotzdem nichts anderes, als dass alle rechtschaffenden Bürger durch diese umfangreiche Erhebung und Speicherung von persönlichen Daten unter Generalverdacht gestellt werden. So wird sukzessive die Anonymität und damit die Freiheit des Bargeldkaufes ausgehöhlt und abgeschafft!

Mein Fazit zum Sezenario des Abschaffen des Bargeldes lautet ...

Von den hypothetischen Vorteilen eines bargeldlosen Geldsystems profitieren eigentlich nur Finanzdienstleister und staatliche Behörden, die plötzlich sämtliche Finanzströme - und damit auch Sie - ausnahmslos kontrollieren und überwachen können. Die Verbraucher, die sich laut einer Umfrage mehrheitlich für den Bargeldkauf und gegen den elektronischen Zahlungsverkehr aussprechen, bleiben auf der Strecke. Die Freiheitsrechte werden bereits jetzt durch EU-Regularien systematisch und Stück für Stück zurückgeschraupt. Eine Abschaffung des Bargeldes würde diese nur als gefährlich zu bezeichnende Entwicklung noch weiter verstärken und letztlich den Weg zum gläsernen Bürger ebnen. Politische Entscheidungsträger müssen daher jetzt entschieden handeln und sich gegen die Abschaffung des Bargeldes positionieren, und somit die Freiheitsrechte der Bürger für die Zukunft garantieren!

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